Eine Einführung in die Philosophie der Embodied AI
Instructor: Dr. Reto Gubelmann
Term: Fall 2025
Language: German
University: UZH
Course Overview
In diesem Kurs gehen wir der Frage nach, welche Rolle Embodiment in der Diskussion um sprachfokussierte KI («Language AI») zukommt. Wir konzentrieren uns auf die Frage: Kann ein Wesen wie ein grosses Sprachmodell (LLM), das nicht embodied ist, also keinen lebendigen Körper hat, Sprechen oder Sprache verstehen? Die Frage ist eine begriffliche Frage, die sich um die Bedeutung bestimmter zentraler Begriffe dreht.
Der Kurs ist einführend angelegt: Er richtet sich sowohl an Studierende der Philosophie im Grundstudium als auch an Studierende anderer Fachrichtungen mit einer Affinität zum Thema.
Die zwei zentralen Begriffe des Kurses sind dabei diejenigen des «embodiment», in diesem Kurs verstanden als das Haben (oder sein) eines lebendigen Körpers, und der Sprache. Die Bedeutung von Sprache kommt in diesem Kurs doppelt zum Tragen. Einerseits in einem Fokus auf KI-Systeme, die natürliche Sprache verarbeiten, insbesondere LLMs. Auf der begrifflichen Ebene liegt der Schwerpunkt auf dem Begriff des Sprachverstehens und Sprechens.
Wir beginnen damit, zu untersuchen, was es bedeutet, Sprache zu verstehen, und bauen dabei auf der grundlegenden pragmatischen Einsicht auf, dass Sprache im Wesentlichen eine soziale Praxis ist, sowie auf Charles Taylors konstitutiver Sicht der Sprache.
Als nächstes machen wir uns mit Grundbegriffen der Embodied Cognition vertraut, bei dem insbesondere das Werk des Psychologen Thomas Fuchs, aber auch Klassiker wie John Searle’s Chinese Room Argument besprochen werden. Es folgt eine theoretische und praktische Einführung zu LLMs.
Aufbauend auf diesen drei Teilen können wir dann in seinem vierten und letzten Teil die Leitfrage behandeln: Kann ein Wesen ohne lebendigen Körper - insbesondere ein LLM - Sprechen oder Sprache verstehen? In diesem letzten Teil stützen wir uns auf aktuelle relevante Fachliteratur ab.
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